Christina Lickl

Christina Lickl studiert an der LMU Chemie – und übernimmt Verantwortung weit über das eigene Studium hinaus: Als Tutorin, in der Fachschaft und in universitären Gremien. Das Deutschlandstipendium gibt der 22-Jährigen den Freiraum, dieses Engagement mit ihrem Studium zu verbinden.

Eine Situation beurteilen, eine Entscheidung treffen – und dazu stehen: Das hat Christina Lickl auf dem Fußballplatz gelernt. „Mein Selbstbewusstsein hat sich durch die Schiedsrichterei deutlich gesteigert und ich habe aufgehört, jede meiner Entscheidungen zu hinterfragen, bevor ich sie überhaupt ausgeführt habe“, sagt die 22-Jährige. Selbst Fußball gespielt hat die gebürtige Starnbergerin nie. Von Anfang an interessierte sie der andere Blick auf das Spiel.

Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen – beides prägt auch heute Lickls Studium an der LMU. Nach ihrem Bachelor in Chemie und Biochemie studiert sie inzwischen Chemie im Master. Schon früh hat sie sich für Naturwissenschaften begeistert, zunächst besonders für Mathe und Biologie. Im Gymnasium ist dann ihr Interesse an Chemie entstanden. Besonders fasziniert sie, dass sich alltägliche Phänomene mit zunehmendem Wissen immer genauer erklären lassen. Spannend seien außerdem die Zusammenhänge, die zwischen unterschiedlichen Themen und Fachgebieten sichtbar werden.

„Erfahrungen und Leidenschaften weitergeben“

© jan greune

Seit ihrem ersten Bachelorsemester engagiert sich Lickl außerdem in der Fachschaft Chemie und Biochemie. Zunächst sei die Arbeit vor allem eine Möglichkeit gewesen, andere Studierende kennenzulernen. Später habe sie gemerkt, wie viel ihr das Engagement selbst gibt. Seit 2023 organisiert sie daher die Erstsemestereinführung. „Dadurch kann ich neuen Studierenden den Einstieg ins Studium erleichtern und meine eigenen Erfahrungen weitergeben.“ Darüber hinaus übernahm sie die Finanzverwaltung der Fachschaft und wurde in ihrem zweiten Studienjahr zur ersten Vorstandsvorsitzenden gewählt.

Mittlerweile vertritt Lickl zudem die Interessen der Studierenden in universitären Gremien. In der Strukturkommission bringt sie als studentische Vertreterin die Perspektive der Masterstudierenden ein. Zuvor war die gebürtige Starnbergerin an der Akkreditierung und Überarbeitung des Bachelorstudiengangs Chemie und Biochemie beteiligt. Derzeit gehört sie außerdem einer Berufungskommission an und wirkt damit bei der Besetzung einer Professur mit.

Auch als Tutorin gibt Lickl Erfahrungen aus ihrem Studium weiter. Mehrfach betreute sie Studierende der Chemie und Biochemie sowie Lehramtsstudierende bei ihren Versuchen, half bei praktischen Fragen und achtete auf die Sicherheit im Labor. „Ich sehe das als eine weitere Möglichkeit, meine Erfahrungen und Leidenschaften des Studiums weitergeben zu können.“

Laborerfahrung in Helsinki

Einen anderen Forschungsalltag lernte Lickl während ihres Aufenthalts in Helsinki kennen. Die nördlichen Länder haben sie schon länger fasziniert. Da die Universität Helsinki Partneruniversität der LMU ist, ergab sich dort die Möglichkeit für ein Praktikum. Dort lebte sie zum ersten Mal allein. „Die Zeit hat mir sowohl fachlich als auch persönlich viel gebracht.“ Die Forschungsatmosphäre sei zudem anders gewesen als in München. Zugleich weiß die 22-Jährige die Forschungsbedingungen an der LMU zu schätzen: Die Labore seien gut ausgestattet und böten Studierenden sehr gute Möglichkeiten, bereits während des Studiums zu forschen.

Die Förderung als Stipendiatin verschafft Lickl finanziellen Spielraum. „Das Deutschlandstipendium ermöglicht mir, teilweise auf eigenen Beinen zu stehen.“ Zugleich gebe ihr die Unterstützung mehr Zeit, sich für die Fachschaft und andere Studierende einzusetzen und das eigene Studium voranzutreiben. Auch die ideelle Förderung sei ihr wichtig: Über das Stipendium habe sie Studierende aus unterschiedlichen Fachrichtungen kennengelernt und neue Kontakte geknüpft.

Mit Chemie etwas bewirken

© jan greune

Nach dem Master möchte Lickl promovieren. Ihr größtes Interesse gilt derzeit der organischen Chemie, sie behält aber auch andere Bereiche im Blick. „Für die Promotion möchte ich auf jeden Fall erstmal im universitären Umfeld bleiben.“ Danach könne sie sich sowohl eine weitere Tätigkeit an einer Universität oder Forschungseinrichtung als auch einen Wechsel in die Industrie vorstellen. Ein Ziel steht für sie unabhängig davon fest: „Ich würde mich freuen, wenn meine Forschung und Arbeit einen Mehrwert für unsere Gesellschaft haben.“

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